Das neue Mallorca

Cala Millor, 1959 · fotosantiguasdemallorca.com

Süddeutsche Zeitung, 31.3.2016 · Als Gertrude Stein ihrem britischen Freund Robert Graves im Jahr 1929 sagte: „Mallorca ist ein Paradies, wenn du es ertragen kannst“, deutete sie etwas an, das bis heute Gültigkeit hat. Die Insel ist empfehlenswert, mit Einschränkungen. Damals waren der Preis für das Leben im Paradies verschlossene Einheimische, schlechte Anbindungen und wenig Komfort. Heute, knapp 90 Jahre später, arbeitet jeder dritte Mallorquiner mit Touristen. Die Straßen sind jetzt im Frühjahr voller Radler und der Sommer 2016 soll wieder eine Rekord-Saison werden. 13,5 Millionen Urlauber kamen 2014 nach Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Mittlerweile sind es die Mallorquiner, die sich fragen, wie lange sie ein solches Paradies ertragen wollen.

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Sterne gucken mit Jaime: Jetzt buchen?

Mitten in Spaniens Wirschaftskrise bringt der Sternekoch Ferran Adrià mit einer Website Mikrounternehmer und Individualtouristen zusammen.

Zeit online, 6.12.2013 ·  Ein paar Nachrichten auf dem Handy und die zwei Codewörter „grüner Anorak“ und „blaues Familienauto“ reichen, um an einem Nachmittag im Dezember Mallorcas dunkle Seite kennenzulernen. Der Weg verläuft 30 Kilometer entlang der Steilküste und dann hinunter zu einer der Buchten, wo früher Schmuggler ihre Ware löschten. Ich (grüner Anorak) fahre mit Jaime (blaues Familienauto) in der Dämmerung durch die Berglandschaft. Wir kennen uns nicht. In Palma herrscht Berufsverkehr, hier ist kein Auto weit und breit. Das Webportal Trip4Real hat uns zusammengebracht mit dem Versprechen, ein „echtes Erlebnis“ zu bieten. In unserem Fall sind das Fotos bei Nacht an der Westküste, einem der wenigen Orte auf Mallorca, an dem die Sterne noch ungetrübt leuchten.

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