Barcelona erfindet sich neu

Deutschlandradio Kultur, 9.12.2015 · Barcelona wird der eigene Erfolg zur Last. Die Zahl der Touristen hat sich in den letzten 20 Jahren verdreifacht, den Bewohnern ist das zu viel. Nun sucht die Stadt Alternativen zum Massentourismus und besinnt sich ihrer Geschichte als Industrie- und Designmetropole.

David Torrents’ interaktive Installation auf der Plaça Glòries. Dahinter das Designmuseum, ganz hinten die Torre Agbar. Foto: Disseny Hub Barcelona.

 

“La Barceloneta gefällt mir gut, die Veränderung des Viertels. In den Zeitungen liest man zwar viel Negatives, aber der Übergang ist gelungen, vom rein touristischen Stadtteil zu einem Ort mit guten Restaurants, neuen Geschäften, viel Design. Der Umbau des Historischen Museums und des Hafens, das ist ein Weg in die Zukunft.”

“Die Stadt hat es geschafft, die Identität der einzelnen Viertel zu erhalten. Deswegen macht es Spaß, in Barcelona zu leben. Meine Lieblingsgegend ist Sant Andreu, hier haben wir auch das Studio. Die Gegend hat ihr Gesicht erhalten können. Sie sieht noch immer aus wie ein altes Viertel. Aber es gibt neue architektonische Einsprengsel, Innovationen, die Sant Andreu sehr interessant machen. Das alles schafft Lebensqualität.”

Barcelona lebendige Stadt am Mittelmeer, Spaniens Wirtschaftsmotor, wichtiger Industriestandort des Landes. Mehr als vier Millionen Menschen leben in ihrem Großraum.

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Die smarte Insel

Weitgehend ungestörtes Badevergnügen an Mallorcas wilder Westküste. Foto: Tom Gebhardt

Süddeutsche Zeitung, 17.9.2015 · Er sieht gut aus, trägt das Hemd weit aufgeknöpft und nur selten Sakko: Biel Barceló ist zwar nicht Regierungschef der Balearen, sondern nur der Vize, dafür hat der linke Politiker seit Juli das Superressort für Innovació, Recerca i Turisme, für Innovation, Forschung und Tourismus unter sich. Man könnte sagen: Biel Barceló hält die Zukunft Mallorcas in seinen Händen. Ginge es nach dem 47-jährigen Juristen, wäre die Insel ein Technologie-Standort, exportierte Software und Patente und würde Akademikern gut dotierte Forschungsstellen anbieten. Umsichtige, gebildete Besucher würden das ganze Jahr über Mallorcas Naturschönheit genießen,und die Einheimischen freuten sich über zwölfmonatige Vollbeschäftigung.

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Raum der Zukunft

Barcelona platzt aus allen Nähten: Um die Touristen besser auf die Stadt zu verteilen, werden neue Attraktionen geschaffen. Das Designzentrum Disseny HUB ist wohl die anspruchsvollste.

Das Designmuseum, die Torre Agbar und im Vordergrund die Installation BruumRuum!.
Das Designmuseum, die Torre Agbar und im Vordergrund die Installation BruumRuum! Foto: museudeldisseny.cat

Süddeutsche Zeitung, 27.8.2015 ·Auf der Plaça de les Glòries Catalanes, dem Platz katalanischer Errungenschaften, versteht man, wohin sich Barcelona entwickelt: Wo einst zwölf Monumente den Stolz regionaler Kultur und Geschichte versinnbildlichten, stehen heute zwei wegweisende Gebäude. Der von Jean Nouvel entworfene, bunt schimmernde Agbar-Turm mit knapp 60 000 Glasplättchen und 4500 LED-Projektoren an der Fassade symbolisiert Barcelonas eitle Lust an der Selbstdarstellung. Daneben steht, grau und wie ein beflissener Butler, das Disseny HUB Barcelona (DHUB). Es beherbergt unter anderem das Museu del Disseny. Dieses zeigt auf vier Etagen und mittels 7000 Objekten, wie die Stadt zu ihrem Ruf als Designmetropole gelangt ist – und wie stark industrielle Produktion und Gestaltung Barcelonas Selbstverständnis prägen.

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Akutes Überfüllungsgefühl

Süddeutsche Zeitung, 16.7.2015 · Auf Mallorca leben 880 000 Menschen, man muss sich diese Zahl vergegenwärtigen, wenn man versuchen will, mit den armen Mallorquinern mitzufühlen. Die nämlich werden jedes Jahr von Touristenmassen auch aus Deutschland überrollt, erst vor Kurzem sagte der neue Landesminister für Tourismus, Biel Barceló, es seien “zu viele”.

In Zahlen: Vergangenes Jahr besuchten 13,5 Millionen Menschen die Insel, in Worten: Dreizehnkommafünf Millionen. Und nun diskutieren sie auf der Insel über diese Frage: Wie viele Touristen hält Mallorca aus? Biel Barceló, der auch stellvertretender Ministerpräsident des linken Regionalbündnisses Més ist, das seit 2. Juli die Balearen regiert, will die Zahl der Touristen beschränken, “zumindest im Sommer”, und wenn das nicht von alleine geht, dann sei auch ein von der Regierung verordnetes Touristen-Limit “nicht ausgeschlossen”.

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