Rafael Chirbes – Chronist der spanischen Krise

Bayerischen Rundfunk, Radio Wissen, 21.1.2014 · Rafael Chirbes hat in seinem vielbeachteten Roman „Am Ufer“ Spanien in der Krise porträtiert. Dort, wo andere Urlaub machen, zeigt der bekannte Autor ein Szenario aus Bauruinen, Korruption und Kriminalität.

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http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/rafael-chirbes-krise-100.html

Die Mechanismen des Betriebssystems

NZZ, 26.6.2013 · Rafael Chirbes, geboren 1949 in der Nähe von Valencia, beschreibt, was um ihn herum geschieht. «Krematorium» thematisierte den Boom, im neuen Roman geht es um die Krise. Ein Interview.

Foto: uimp.es

In Ihrem vorletzten Roman «Krematorium», erschienen 2007, zeigten Sie das Spanien des Booms, der Korruption und Geldgier. Im neuen Buch zeigen Sie, was übrig geblieben ist: Spanien in Trümmern. Warum legen Sie wieder die Finger in die Wunde?

Weil ich immer noch unter demselben Unbehagen leide. Mein Antrieb zum Schreiben sind mein eigener innerer Widerspruch – ich bin Marxist und Materialist – und die Spannung zwischen mir und der Gesellschaft. Bei der Introspektion betrachte ich auch meine Umwelt und blicke zugleich in die Vergangenheit. Nur so kann ich mich selbst verstehen. Meine Seele ist ja ein Teil der Seele der Gesellschaft, in der ich lebe. Jede Zeit hat ihr eigenes Psychogramm. Ich suche nach den Mechanismen des gesellschaftlichen Betriebssystems.

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