Alte Zeugen: Portugals jüdische Geschichte

Teresa Vasco in der mittelalterlichen Synagoge von Tomar. Foto: Annett Bourquin

BR Radio Reisen, 5.7.2015 · Über Jahrhunderte hinweg durften die portugiesischen Juden ihre Religion nur im Verborgenen ausüben, andernfalls drohten ihnen Verfolgung und Tod. Brigitte Kramer berichtet über eine große und leider immer wieder so sehr gefährdete Kultur.

http://www.br.de/radio/bayern2/kultur/radioreisen/portugal-juden-tomar-synagoge-100.html

Europas neue Wildnis

Wildpferde im Reservat Faia Brava, Portugal. Foto: Annett Bourquin

Bayerischer Rundfunk, Radioreisen 10.1.2016 · Retour a la nature – weniger Kultur-, mehr Urlandschaft, das ist das Ziel der Initiative “Rewilding Europe”. Mein Beitrag über Europas neuer Wilder Westen,  im spanisch-portugiesischen Grenzgebiet.

http://br.de/s/21ZMvVL

http://br.de/s/1LvHDXt

 

Das gute Leben in Dosen

Ein arbeitsloser Architekt belebt in Lissabon die Kultur der Fischkonserve neu. Sein Lokal Sol e Pesca weckt bei Portugiesen Erinnerungen an gute alte Zeiten.

foto: annett bourquin, adaism.net
foto: annett bourquin, adaism.net

Mare Juni/Juli 2014 · Spiegel online 18.6.2014 · Da, wo früher Rollen und Haken waren, sind jetzt Dosen. Gelbe Dosen, rote Dosen, grüne Dosen, blaue Dosen. Aufrecht, liegend, gestapelt, gereiht, wie die Bauklötze einer Spielstadt.

Henrique Vaz Pato liebt Ordnung. Der 45-jährige Wirt ist eigentlich Architekt. Er ist einer von 25.000 in Portugal, einige zu viel. Deshalb reiht er seit zwei Jahren Dosen in der langen Vitrine seines Lokals Sol e Pesca auf. Nicht nur das. In dem ehemaligen Anglergeschäft baut er Häppchen aus Fischkonserven. Die Spielereien bringen Geld, mehr als das Architektendasein in einem derzeit paralysierten Land.

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Unter dicken Decken

Die Serra da Estrela ist Portugals höchster Gebirgszug. Früher wurden dort Tuberkulosekranke geheilt. Heute kann man in Schafwolldecken gehüllt dem Schnee beim Fallen zusehen.

Zeit online, 28.2.2014 · Wenn in der Serra da Estrela die Füchse und die Eichhörnchen aus dem Wald verschwinden, dann ziehen die Menschen die Wolldecken hervor. Die Tiere mummeln sich im Nest zusammen oder ziehen in wärmere Tiefen, die Menschen schützen sich mit Lodenumhängen vor Schnee und Regen, legen sich nachts Decken über die Laken und tagsüber auf die Knie, wenn sie vor dem Fernseher sitzen. Die Winter sind lang. Auf den Gipfeln liegt Schnee bis Mai, in den Tälern regnet es oft tagelang. Frieren muss in der Serra da Estrela dennoch niemand, auch wenn im Winter immer wieder alles vereist.

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Baukunst im Stillstand

Von der Schwierigkeit der Architekten im krisengeschüttelten Portugal

Jüngst konnte in Lissabon das von Patricia Barbas und Diogo Lopes zusammen mit Gonçalo Byrne vorbildlich restaurierte und erweiterte Thalia-Theater eröffnet werden. Doch der Baukunst in Portugal geht es weiterhin schlecht. Die Architekten suchen nach Auswegen aus der Krise.

©DMF

NZZ, 4.4.2013 · Ganz still und stumm steht es da; aber der Mantel des Thalia-Theaters in Lissabon ist nicht aus Purpur, sondern aus sandfarbenem Beton. Ein 23 Meter hoher Bau mit stumpfer Oberfläche und abgerundeten Kanten fasst das restaurierte neoklassische Theater im Stadtteil Sete Rios. 1862 brannte das Thalia-Theater aus und stand dann fast 150 Jahre als Ruine da, zwischen dem Zoo und einer stark befahrenen Strasse. Viele Gebäude jüngeren Datums gibt es in Sete Rios, aber keines wirkt so anmutig und zugleich beunruhigend wie das erneuerte Thalia-Theater. Neben dem neuen, auf den ersten Blick etwas irritierenden Betonklotz erstreckt sich ein schwarzer, komplett verglaster Flachbau auf einer Rasenfläche. Hier sind eine Cafeteria und Büros untergebracht, hier spiegeln sich die Bäume des Zoos und das Blau des Himmels, hier wird etwas vermittelt, ein Geheimnis angedeutet, das der sandige, fensterlose Klotz birgt. Dieser scheint nur nach innen zu blicken und erhöht damit seinen Reiz. Was versteckt er?

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Die gute alte Zeit im Korb

Saudade shoppen: Catarina Portas verkauft in ihren Läden alte Markenprodukte. Schokolade und Seifen erzählen bei A vida portuguesa von der Geschichte Portugals.

Die Zeit online, 31.3.2013 · Lissabon ist eine Stadt mit ruhigem Puls. Wer A vida portuguesa, den Laden von Catarina Portas im Geschäftsviertel Chiado, betritt, der spürt das. Angestellte mit steifen Leinenschürzen, knarzende Dielen, verwirrende Düfte. Metallpolitur, Vanillezucker, Veilchenseifen. Dosen, Tütchen, Päckchen in gold, grün, rot, gelb und violett. Das Retrogeschäft gibt es seit sieben Jahren. Es ist groß – ganz Portugal findet hier Platz.

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