100.000 Hektar Meer werden vor Galiciens Küste geschützt

In Nordspanien wurde ein international wegweisendes Modell für den Meeresschutz entwickelt.

Der Standard, 11.2.2016 · Superlative ziehen durch die Medien, wenn Länder wie Australien, Kamerun oder der Inselstaat Kiribati und das Cook-Archipel die Ausweisung neuer Meeresreservate bekanntgeben. „Größtes Schutzgebiet der Welt“ heißt es, oder „so groß wie Frankreich und Deutschland zusammen“. Antonio García Allut lässt sich von solchen Nachrichten nicht beeindrucken. Der 59-jährige Spanier misstraut ihnen ganz einfach. „Hier geht es um gutes Image“, sagt der Galicier in seinem Büro in A Coruña, „solche Riesenreservate haben meistens keinen vernünftigen Verwaltungsplan“. Sie beförderten sogar illegalen Fischfang, sagt der Professor für Anthropologie, „denn Kontrollen kann man auf diesen enormen Gebieten kaum mehr durchführen“.

Hier begann alles, an der Küste des Örtchens Lira. Foto: Lonxanet.

García Allut macht das anders. Seit sechs Jahren arbeitet er mit Unterstützung der internationalen Stiftung Ashoka und eines galicischen Textilimperiums an einem nachhaltigen Verwaltungsplan hinsichtlich Galiciens Fischreichtums. Die nordwestspanische Region hat eine Flotte von 4300 Kuttern, die vor der 1200 Kilometer langen Atlantikküste arbeiten. 14.000 Menschen leben in Galicien direkt vom Fischfang, von Muschelzucht oder vom Sammeln diverser Meerestiere in den fjordähnlichen Küstenabschnitten Galiciens. Die Region stand bislang für hochwertige Meeresprodukte, großen Artenreichtum, und, so García Allut, „eine stark vom Meer geprägte Identität“.

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