Krawall im Meer

Mit extrem lauten Schallkanonen suchen Firmen nach Öl und Gas im Meeresgrund. Die Tierwelt reagiert gestresst. Jetzt schränkt Italien als erstes Land die Verwendung der Technik ein.

 

Foto: SpinasCivilVoices/OceanCare
Foto: SpinasCivilVoices/OceanCare

NZZ am Sonntag, 10.12.2017 · Seit mehr als dreissig Jahren hört Linda Weilgart Meeressäuger sprechen. Die kanadische Meeresbiologin kennt Dialekte und Eigenheiten von Grind- und Pottwalen. Sie weiss, dass diese in niedriger Frequenz miteinander kommunizieren, dass Delphine hohe Frequenzen und Blauwale – die grössten Lebewesen der Erde – sehr tiefe Frequenzen nutzen. So orten sie Beutetiere, Hindernisse oder Artgenossen, denn das zurückgeworfene Echo vermittelt ihnen Informationen über Beschaffenheit und Distanz des reflektierenden Körpers. Auch Meeresschildkröten nutzen das System: Anhand des «Klangs» des Seebodens finden sie zum Beispiel Strände zur Eiablage. Und Seehunde und Robben spüren dank Schallwellen Fischschwärme auf.

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