Problematische Wahrzeichen

Die hochverschuldete Stadt Valencia trägt wegen der Krise schwer an ihren Prachtsbauten der Boomjahre. Dabei gäbe es rings um die Millionenstadt ein 900 Jahre altes, einmaliges Erbe zu schützen.

NZZ, 10.9.2013 · Fast zwei Millionen Menschen leben im Grossraum Valencia. Die drittgrösste Stadt Spaniens liegt an der Ostküste der Iberischen Halbinsel. Der Hafen und das fruchtbare Land der Region verliehen ihr schon zu Zeiten der Mauren Bedeutung. Bis heute exportiert sie europaweit Obst und Gemüse. Bekannt waren früh schon die Orangen aus Valencia. Die süssen Symbole des Südens wecken noch immer positive Assoziationen. Ganz anders verhält es sich mit Valencias neuen Wahrzeichen: Es sind Bauten, von denen viele leer stehen und ihren Glanz verlieren. In der Hafenstadt war die Immobilienblase besonders gross. Rund zehn Jahre lang – zwischen 1997 und 2007 – wuchs Valencia unaufhaltsam. In ewiger Konkurrenz mit der schillernden Mittelmeermetropole Barcelona und mit Sevilla, der viertgrössten Stadt Spaniens, wollte Valencia sein Profil schärfen. Neue Symbole wurden gesucht. Wer wollte sich in den 1990er Jahren noch mit Orangen identifizieren, nachdem Barcelona die Olympischen Spiele und Sevilla die Expo veranstaltet hatte? Also wurde Santiago Calatrava von seiner Heimatstadt mit dem Grossprojekt der Ciutat de les Arts i de les Ciències (CAC) betraut. Sigue leyendo