“Wenn ich sterbe, lasst den Balkon geöffnet” – Granada und der Dichter Federico García Lorca

garcia_lorca_federicoDie andalusische Stadt erinnert mit einem neuen Kulturzentrum an den großen Dichter – 79 Jahre nach dessen Ermordung durch spanische Faschisten.

Bayerischer Rundfunk, Kulturjournal, 25. Oktober 2015, ab Sendeminute 41’35.

 

 

 

Staatsverbrechen

Klarheit über den Mord an Federico García Lorca

NZZ, 11.5.2015 · Im Jahr 1965 stellte die französische Autorin Marcelle Auclair eine Anfrage an die spanische Botschaft in Paris. Sie wollte Genaueres über die letzten Tage und die Todesumstände des spanischen Dichters und Dramatikers Federico García Lorca (1898–1936) erfahren. Die Anfrage wurde nach Madrid weitergeleitet, von drei Ministern begutachtet und zur Bearbeitung an die Polizei nach Granada geschickt. Dort ist García Lorca wenige Wochen nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs erschossen worden. Der Bericht wurde im selben Jahr verfasst, doch eine Antwort erhielt Auclair nie.

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Verachtet oder verehrt – Roma in Spanien

Seit 600 Jahren leben in Spanien Roma. Die Ausstellung «Vidas Gitanas. Lungo drom» sucht nach der wahren Identität der Gitanos – und begibt sich auch auf eine Reise durch die Landesgeschichte.

Porträt des Zigeunerkönigs Chorrojumo, Granada, Anfang 20. Jhdt. Foto: Museo de Andalucía

Erschienen in der NZZ, 27.6.2012

«Niemand weiss, wie viele es sind, wo sie sind und was mit den spanischen Zigeunern los ist», sagte der Vorsitzende eines Roma-Verbandes in den 1980er Jahren. Daran hat sich wenig geändert, auch wenn das Leben der spanischen Roma – Schätzungen belaufen sich auf 700 000 bis eine Million – in den vergangenen 30 Jahren viel besser geworden ist. Doch noch immer sind die meisten Gitanos, wie sie sich in Spanien nennen, unsichtbar. Heute liegt es nicht mehr daran, dass sie sich vor Verfolgung verstecken müssen. Seit 1978 sind sie vor dem Gesetz gleich. Es hat einen anderen Grund: «Der Integrationsgrad spanischer Zigeuner ist höher als anderswo in Europa», erklärt der Katalog der Ausstellung «Vidas Gitanas. Lungo drom» (Zigeunerleben. Lange Reise). Viele seien in der spanischen Gesellschaft «verschwunden».

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