Das neue Mallorca

Cala Millor, 1959 · fotosantiguasdemallorca.com

Süddeutsche Zeitung, 31.3.2016 · Als Gertrude Stein ihrem britischen Freund Robert Graves im Jahr 1929 sagte: “Mallorca ist ein Paradies, wenn du es ertragen kannst”, deutete sie etwas an, das bis heute Gültigkeit hat. Die Insel ist empfehlenswert, mit Einschränkungen. Damals waren der Preis für das Leben im Paradies verschlossene Einheimische, schlechte Anbindungen und wenig Komfort. Heute, knapp 90 Jahre später, arbeitet jeder dritte Mallorquiner mit Touristen. Die Straßen sind jetzt im Frühjahr voller Radler und der Sommer 2016 soll wieder eine Rekord-Saison werden. 13,5 Millionen Urlauber kamen 2014 nach Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Mittlerweile sind es die Mallorquiner, die sich fragen, wie lange sie ein solches Paradies ertragen wollen.

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Erfolg für Mallorcas Umweltschützer

Hotelbau an Naturstrand gestoppt

Blick auf Mallorcas Südküste bei Campos
Blick auf Mallorcas Südküste bei Campos

Palma de Mallorca (dpa) 19.7.2013  – Ein umstrittener Hotelkomplex darf vorerst nicht gebaut werden, illegale Appartementgebäude mussten abgerissen werden: Mallorcas Umweltschützer feiern im Kampf um den Erhalt der Naturlandschaft im Süden der Insel einen doppelten Erfolg. Das Oberlandesgericht der Balearen stoppte den geplanten Bau eines Fünf-Sterne-Hotels mit 1150 Betten und Golfplatz in der Nähe des Naturstrandes Es Trenc. Wenige Wochen zuvor waren in dieser Gegend auf Anordnung eines Gerichts 13 Rohbauruinen einer Appartementanlage abgerissen worden.

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Mallorcas Umweltschützer feiern Erfolge – und ein Jubiläum

Mallorcas Umweltschutzgruppe GOB feiert 40-jähriges Bestehen. Ihr langjähriger Leiter, Miguel Ángel March, erinnert sich an den Kampf gegen Raubbau und Zersiedelung auf der Ferieninsel. «Ohne uns sähe Mallorca jetzt anders aus», sagt er.

Miguel Angel March, führte 20 Jahre lang den Kampf gegen Raubbau und Zersiedelung auf Mallorca. Foto: Tom Gebhardt
Miguel Angel March, führte 20 Jahre lang den Kampf gegen Raubbau und Zersiedelung auf Mallorca. Foto: Tom Gebhardt

Palma de Mallorca (dpa) – Miguel Ángel March ist heute wieder ein Durchschnittsbürger auf der Ferieninsel Mallorca. Der 54-Jährige ist Lehrer für Geschichte und Geografie an einem Gymnasium in Palma de Mallorca. Bis 2007 war March eine herausragende Figur des öffentlichen Lebens. 20 Jahre lang führte er als Leiter der Umweltschutzgruppe  GOB  den Kampf gegen Raubbau und Zersiedelung.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1973 steht der Zusammenschluss für den Schutz von Mallorcas natürlichem Reichtum. Massentourismus, Bevölkerungszuwachs und Ansturm von Neubürgern aus dem Ausland: Mallorcas Erfolg als Urlaubsziel und sonniger Wohnsitz schien ins Unendliche zu wachsen. Als ein Gegenpol bildete sich die GOB, die erste und bis heute wichtigste Umweltschutzgruppe auf der Insel. Den größten Erfolg sieht March in einem generellen Bewusstseinswandel der Bevölkerung. «Anfang der 80er Jahre waren Demos mit 10 000 Menschen ein Bombenerfolg, heute mobilisieren wir bis zu 40 000», erinnert sich der frühere GOB-Chef.

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