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Die bitter-saure Zitrusfrucht Yuzu erobert die neue spanische Küche

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Im spanischen Elche hat ein Gastrobotaniker die alte Zitrusfrucht Yuzu wieder entdeckt. Die Japaner schätzen derweil schon seit 1000 Jahren ihr Aroma und nehmen gerne entspannende Yuzu-Bäder.

Neue Zürcher Zeitung

Als Alexander der Grosse 300 vor Christus ein paar gelbe Früchte von seinen Persien-Feldzügen ans Mittelmeer brachte, hatte er nicht nur viele Schlachten gewonnen und seinen Ruhm als Feldherr begründet, sondern auch den Triumphzug der Zitrusfrucht eingeleitet. Der ersten hier bekannten Sorte, der Zitronatzitrone folgten Zitronen, Pomeranzen, Limetten, Orangen und Mandarinen von Asien nach Europa. Später bereicherten die europäischen Entdecker des 15. Jahrhunderts und die Forschungsreisenden des 18. und 19. Jahrhunderts das Essverhalten der Daheimgebliebenen mit weiteren exotischen, fruchtig-sauren Früchten.

Neue Rezepte

Nun verbreiten sich neue Sorten in Europa. Der spanische Gastrobotaniker Santiago Orts pflanzt in seiner Gärtnerei bei Elche alte, wenig bekannte oder vergessene Sorten an. Fingerlimetten und Zwergorangen, Calamondin und Yuzu wachsen zwischen anderen essbaren Kulturpflanzen, die einst aus Asien oder Nordafrika auf allen möglichen Wegen nach Spanien gelangt sind. Aus sukkulenten Wüstengewächsen, Datteln oder Natalpflaumen entwickelt Orts mit dem Koch Rodrigo de la Calle neue Rezepte. «Die Artenvielfalt der Iberischen Halbinsel ist mit der des Amazonas vergleichbar», sagt er. Sigue leyendo