Es werde dunkel!

Fuerteventura will Starlight Destination werden. Die kanarische Insel hofft auf ein Unesco-Zertifikat, das ihr die Hintertür zum nachhaltigen Tourismus öffnet.

Die Zeit online 1.8.2013 · Wenn Asunción Alonso morgens um halb fünf zur Arbeit geht, blickt sie manchmal nach oben. «So schön wie hier ist der Himmel nirgendwo», sagt die 45-jährige Käserin aus Villaverde. Das weite Firmament, die klare Luft und der dunkle Himmel sind es, die Alonso seit ihrer Kindheit mit ihrer Heimat verbindet.

Fuerteventura, die flachste und älteste Insel der Kanaren, ist einer der weltbesten Orte zum Sternegucken. Das findet nicht nur Alonso, sondern auch die Internationale Astronomische Union (IAU), die Starlight Finder Foundation der Unesco und etwa 30 Hobby-Astronomen auf der Insel. Sie wollen Fuerteventura zum Sternenhimmel-Reservat machen. Mit dieser Auszeichnung könnte die Insel Starlight Destination werden, eine neue Spielart des Naturtourismus.

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Lange Reise, langer Atem

Auf Fuerteventura versuchen Wissenschafter, Karettschildkröten wieder anzusiedeln. Die Aussichten auf Erfolg sind ungewiss.

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Foto: Tobias Wolf

NZZ, 26.6.2013 · Sie schlagen kraftvoll mit den vorderen Flossen, als ob sie ihr ganzes kurzes Leben nichts anderes getan hätten. Vierzehn Unechte Karettschildkröten finden an einem Vormittag Anfang Juni den Weg in die Freiheit. Freiwillige nehmen sie aus den Transportkisten, halten die in der Luft rudernden Tiere fest an den Flanken und setzen sie dann behutsam mit dem Gesicht zum Meer auf den hellen Sand. Sogleich kriechen sie den Wellen entgegen. Langsam, aber beständig.

Gelder aus Brüssel

Die Schildkröten lebten bisher in badewannengrossen Tanks, wo sie mit Fisch und Gelatine gefüttert, gewogen, getauft und mit einem Chip zwecks Identifikation versehen wurden. Jetzt sind sie fast vier Jahre alt, wiegen eineinhalb Kilo und haben einen harten Panzer. Beste Chancen, um in der Wildnis zu überleben. Wenn alle Beteiligten Glück haben, kehren die Tiere frühestens in elf Jahren wieder dorthin zurück, von wo sie gestartet sind. Dann legen sie hoffentlich viele Eier, am Strand von Cofete, an der Westküste der kanarischen Insel Fuerteventura. «Wir brauchen einen langen Atem», sagt Tony Gallardo, Mitverantwortlicher der Inselregierung für das internationale Forschungsprojekt Pelagos. «Karettschildkröten sind erst mit fünfzehn Jahren geschlechtsreif.» Pelagos wird zu achtzig Prozent vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zwischen EU-Mitgliedstaaten und Nicht-EU-Ländern (EFRE) finanziert. Gegenwärtig stehen etwa 500 000 Euro für das Projekt bereit. «Wir sind billig», sagt Gallardo und hofft, dass Brüssel den Geldhahn nicht zudreht.

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