Flamenco: Ein besonderes Lebensgefühl

Bayerischer Rundfunk, Radio Wissen, 27.10.2015 · Entstanden ist der Flamenco vor rund 200 Jahren in Andalusien, bei Landarbeitern, Gitanos und Seeleuten. Zu hohem Ruhm gelangte er dann in Madrid: Dort wurde er spanisches Exportgut und Unesco-Welterbe.

http://www.br.de/radio/bayern2/wissen/radiowissen/flamenco-lebensgefuehl-spanien-100.html

Mehr als Olé und bunte Rüschen

Deutschlandradio, 30.12.2014 · Andalusien sei die Mutter, Madrid die Hebamme, die Ausgeburt ist der Flamenco – ein 200 Jahre alter Tanz. Entstanden ist der Flamenco in den Armenhütten Andalusiens, galt als “unmodern”, erlebt aber inzwischen in Madrid eine Renaissance.

Die Tänzerin Blanca del Rey beim Festival Suma Flamenca. Foto: www.madrid.org/sumaflamenca
Die Tänzerin Blanca del Rey beim Festival Suma Flamenca. Foto: www.madrid.org/sumaflamenca

http://www.deutschlandradiokultur.de/flamenco-mehr-als-ole-und-bunte-rueschen.979.de.html?dram:article_id=307464

Herz und Hammer

In Andalusien haben sie den Flamenco erfunden, in Madrid wurde er berühmt. Hier trifft man Menschen, die wissen, worum es dabei wirklich geht.

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Die Tänzerin Blanca del Rey während eines Auftrittes beim Festival Suma Flamenca.

Süddeutsche Zeitung, 17./18. April 2014 · Draußen scheint die Sonne. Über Madrid spannt sich dieser strahlend blaue Himmel, auf den die Städter so stolz sind. Drinnen, zwischen weiß getünchten Wänden und schmiedeeisern vergitterten Fenstern, sitzt Carmelo mit schmerzverzerrtem Gesicht. Carmelo García, Verkäufer. Er tut gerade das, was er am liebsten tut: Flamencolieder singen. Seine Stimme geht langsam nach oben und nach unten, die Vokale ziehen sich in die Länge, die Faust ballt sich vor der Brust, die Augen schließen sich.Carmelo singt einen Martinete, einen jener alten, melancholischen Rhythmen, die Schmiede in Andalusien entwickelt haben, zum Klang des Eisenhammers. Pamm, pamm, pamm. Gefangene haben das Untergenre weiter entwickelt, in Cádiz, Sevilla oder Jerez. Vielleicht klopften sie dazu an einen Gitterstab und sahen in das Stückchen Himmel des Zellenfensters. So singt Carmelo: „Ich bin nicht mehr der, der ich war, und auch nicht der, der ich sein sollte. Ich bin ein kleines Möbel aus Traurigkeit, abgestellt an der Wand. Als Gefangener in Cádiz setzte ich mich auf meinen Seesack und begann zu grübeln, und fühlte nicht, was mit mir geschehen war, sondern das, was mir noch passieren würde.“

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