Zu früh für Euphorie

NZZ am Sonntag, 9.8.2015 · Die spanische Wirtschaft wächst wie schon lange nicht mehr, doch der Aufschwung ist vorab der guten Tourismussaison zu verdanken. Das Land kämpft weiterhin mit enormen Problemen. Nach den Wahlen im Herbst steigen die Chancen für dringend nötige Reformen.

Es ist wieder ein Rekordsommer für Spanien, die Hotels und Strände füllen sich. Und auch die Konjunktur nimmt Fahrt auf. Um beeindruckende 3 Prozent soll die Wirtschaft in diesem Jahr wachsen, vor zwei Sommern steckte sie noch tief in der Rezession. Immerhin haben fast 300 000 Spanier weniger keine Arbeit als zu Jahresanfang. Dank dem schwachen Euro gibt es 4 Prozent mehr Exporte zu vermelden als im Vorjahr, dank den tieferen Preisen wird auch wieder mehr konsumiert. Darf Spanien also bei der Überwindung der Krise als Beispiel für Länder wie Griechenland gelten?

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Im Schatten des Massentourismus: Suppenküchen auf Mallorca

FOTO: Tom Gebhardt
FOTO: Tom Gebhardt

Von Brigitte Kramer, dpa Palma de Mallorca (dpa) – Mallorca im Mai: Das Wasser in der Bucht von Palma ist noch zu kalt zum Baden, doch an der Strandbar «Ballermann» wurde schon mal die Saison eingeläutet, mit Jürgen Drews und Mickie Krause. Jetzt heißt es wieder Party bis zum Herbst. 13 Kilometer westlich, in Palmas Altstadt, geht es in diesen Tagen weniger ausgelassen zu: In der Suppenküche der Hilfsorganisation Zaqueo essen täglich rund 250 Menschen.

· Jeden Tag zwischen 17.00 und 19.00 Uhr warten vor der kleinen Tür Hungrige auf ein Abendessen. Der enge Raum füllt sich mit Menschen, die zu wenig Geld haben, um sich selbst zu versorgen. In dem ehemaligen Gemischtwarenladen riecht es nach Schweiß und warmem Essen. Auf der Karte steht Bohneneintopf mit Schinken und Brokkoli. Dazu gibt es kalte Gemüsepizza oder belegte Brote, als Nachtisch Gebäck, Obsttorte und warmen Kakao sowie Limonade und Wasser, Äpfel und Orangen.

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