Mönchsgeier ohne g

Ich weiß, der Mönchsgeier ist ein seltener Greifvogel, der auf Mallorca seit Jahren erfolgreich eingebürgert wird und einen langen Post verdient hätte. Irgendwann mal.

Heute geht es um die Mönchsgeier ohne g. Sie haben meinen ganzen Respekt verdient. Sie rühren mich und sie sind wunderbar – sauber und datiert, von Hand.

Genug der Spannung.

Im Eisenwarenhandel unserer Dorfes gibt es die besten HÜHNEReier der Insel, subjektiv betrachtet, klar. Händlerin Mari bekommt sie an unbestimmten Tagen der Woche geliefert («Komm morgen wieder, heute war er nicht da!»). Sie versteckt den Korb sofort unterm Trese (Gesundheitsbehörde, Salmonellen …). Ein Mönch scheint sie ihr zu bringen. Er lebt mit seinen Ordensbrüdern offenbar irgendwo im Umland. Habe aber noch nirgendsnichtkein Kloster o.ä. entdecken können, geschweige denn einen Mönch. Naja, sind wohl auch nicht mehr viele.

Die Eier sind nicht nur bio, groß und lecker, sie sind auch sauber und datiert. Was auf den ersten Blick aussieht wie der Stempel einer Hühnerfabrik ist bei genauem Hinsehen ein ganz normaler Datumsstempel.

Das war eine Entdeckung! Da lief gleich ein ganzer Film ab: Mönch grabscht unter einem Busch ein schmutziges Ei hervor, hier und dort, wäscht  und bestempelt alle mit weichen, sauberen Händen.

Dann bringt er sie der Mari, wie frisch gewaschene und frisierte Kinder.

Die ganze Handarbeit bezahlt ihm keiner. Denn unsere Biobäuerin, bei der wir Obst, Gemüse und auch Hühnereier kaufen, tut sie so in die Schachtel: Verklebt, verdreckt und ungewissen Alters, aber zum selben Preis wie die Mönche.

Deshalb an dieser Stelle eine Hommage an die sorgfältigen Mönche und an ihre köstlichen Eier:

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